Die Schule verfügt über zwei Standorte – am Ostpreußendamm 40 (12207 Berlin) sowie in der Florastraße 13 (12163 Berlin) – und bietet ein breites Spektrum an beruflicher Bildung mit wirtschaftlichem Fokus, darunter Ausbildungsgänge im Bereich Büromanagement sowie vollzeitschulische Fachrichtungen mit Fachhochschulreife.
Wie funktioniert eigentlich Job-Shadowing?
Job-Shadowing stellt eine strukturierte Form der kollegialen Hospitation dar, bei der Lehrpersonen aus unterschiedlichen Bildungssystemen einander begleiten, um pädagogische Konzepte, unterrichtspraktische Umsetzungen sowie institutionelle Steuerung aus einer vergleichenden Perspektive zu analysieren. Neben der Beobachtung des Unterrichtsgeschehens dient diese Maßnahme der Qualitätsentwicklung, der Schulinnovation sowie der internationalen Professionalisierung von Lehrkräften.
Eindrücke aus der Berliner Schule
Die besuchte Schule zeichnet sich durch eine sehr ruhige, konzentrierte Lernatmosphäre aus – sowohl in den Gängen als auch in den Klassenräumen. Besonders auffällig war die strukturierte Organisation des Schulalltags und die konsequente Umsetzung digitaler und pädagogischer Standards: Smartphones werden zu Unterrichtsbeginn eingesammelt, OneNote-Strukturen mit vorgefertigten, individualisierten Lernmaterialien sind systematisch aufbereitet und schülerbezogen (individuell) zugewiesen.
Besonders beeindruckend war die Arbeitsweise des Schulqualitätsmanagements (SQM). Dieses ist zweistufig aufgebaut und unterscheidet zwischen einer strategischen und einer operativen Ebene, die in versetzten Zyklen tagen. Das strategische Management ist für die langfristige Ausrichtung der Schule verantwortlich – es entwickelt Ziele, plant Ressourcen und gibt Impulse für die Weiterentwicklung. Das operative Management setzt diese Vorgaben im Schulalltag um, organisiert Prozesse, begleitet deren Umsetzung und sorgt für Qualitätssicherung. Durch das klare Zusammenspiel beider Ebenen entsteht eine kohärente, zielgerichtete und wirksame Schulführung, die spürbar im gesamten Schulalltag verankert ist.
Besuch des zweiten Schulstandorts
Ein besonderes Highlight war der Besuch des zweiten Standorts der Schule, an dem eine sogenannte Willkommensklasse unterrichtet wird. Die Herausforderungen an diesem Standort sind vor allem durch Schuldistanz und soziale Fragestellungen geprägt. Dennoch beeindruckte mich, mit welcher Klarheit und Ruhe auch hier unterrichtet wird. Der Leitsatz „weniger, dafür wesentlicher“ zieht sich durch das gesamte Unterrichtsgeschehen – es werden weniger Inhalte unterrichtet, dafür aber mit mehr Tiefgang und weniger Störungen.
Parallelen zur HAK Steyr
Auch an der HAK Steyr legen wir großen Wert auf digitale Infrastruktur, Teamarbeit im Kollegium und eine moderne Didaktik. Besonders positiv fiel in Gesprächen auf, wie sehr die HAK Steyr für ihre innovative Hardwareausstattung (Tableteinsatz), das funktionierende digitale Lernsetting sowie die hohe technische Kompetenz geschätzt wird. Diese Wertschätzung zeigt, dass wir im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt sind. Gleichzeitig konnte ich durch den Aufenthalt neue Impulse mitnehmen – beispielsweise für die Umsetzung neuer Unterrichtssettings, das Arbeiten mit Check-In-Formularen zur individuellen Lernbegleitung oder auch für die Rolle von Lernfeldpatinnen, die für bestimmte Themenbereiche (Themen- statt Fachexpertinnen) verantwortlich sind.
Fazit
Das Job-Shadowing war eine äußerst bereichernde Erfahrung. Der kollegiale Austausch, die Einblicke in ein anders organisiertes, aber ähnlich zielgerichtetes Schulsystem sowie die vielen konkreten Anregungen für Unterricht und Schulorganisation stärken meine Überzeugung, dass internationale Zusammenarbeit einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung unserer eigenen Schulqualität leistet.








